Die Ambulanz zur Primärversorgung im Sozialzentrum und das Gesundheitssystem

 

Das Projekt beinhaltet ferner die Errichtung einer fachärztlichen Ambulanz als Primärversorgungszentrum im Mittelzentrum Eltville mit ländlichem Umfeld entsprechend dem künftigen Bedarf. Die Ambulanz ergänzt die Leistungen der anderen Angebote, wie z.B. des Pflegeheims, im Mehrgenerationenquartier als ganzheitliches Versorgungszentrum unter einem Dach. Die personelle Ausstattung ist zunächst mit vier bis sechs Ärzten angedacht.

 

"Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen (WHO)".

 

Das derzeitige Gesundheitssystem ist für die Herausforderungen der Zukunft, insbesondere die Versorgung der Kranken im ländlichen Raum, wie dem Rheingau, nicht ausreichend gerüstet. Die stärkere Vernetzung von Pflege sowie ambulanter und ärztlicher Versorgung ist -unbestritten für alle Fachleute- unabdingbar. Unser Konzept entspricht diesen Anforderungen. Die Errichtung eines primären Versorgungszentrums mit Ärzten, Therapeuten, Pflegern, Schwestern und Sozialarbeitern orientiert sich am Bedarf. So können z.B. zunächst einmal ein bis zwei Vollzeit- Allgemeinmediziner mit Hausarztfunktion tätig werden. Damit kann dann auch der durch Vakanzen ohne Nachfolgeregelung entstandene Behandlungsbedarf vor Ort gedeckt werden. Alle weiteren Ärzte haben anfangs an ein bis zwei Tagen pro Woche zu bestimmten Zeiten Sprechstunden. Eine solche Organisation ermöglicht auch den  Einsatz von vor Ort bereits tätigen niedergelassenen Fachärzten und Therapeuten in der Ambulanz. Darüber hinaus besteht bekanntlich kein Niederlassungsverbot für das Gebiet.

 

 

Nach der Prognose des Masterplans Demografischer Wandel für den Rheingau-Taunus-Kreis der Hessen Agentur wird sich die Gesamtbevölkerung bis 2030 im Rheingau um etwa 10 % verringern. Die Bevölkerung in Eltville nimmt nach der Prognose um ca. 5,5 % zu. Der Anteil der über 65-Jährigen mit höherer Lebenserwartung wird auf über 50 % steigen. Es wird mehr chronisch Kranke und multimorbide Patienten geben. Auf diesen höchst differenzierten Bedarf müssen wir uns auf regionaler Ebene einstellen. Es muss auch für eine entsprechende Steuerung durch die kommunalen Gesundheitsämter gesorgt werden. Deren Aufgabe ist auch die Koordinierung der Gesundheitsvorsorge und der -Versorgung einschließlich der im Sozialzentrum.

 

Die Prävention ist dabei vorrangig, um Krankheitskosten möglichst weitgehend zu vermeiden. Krankenkassen geben viel Geld dafür aus, ein nachweisbarer Nutzen wird bisher dafür aber nicht geführt. Trotz der Präventionsmaßnahmen gibt es einen rasanten Anstieg von Funktionsstörungen und chronischen Krankheiten. Mit noch mehr Geld ist das Problem nicht zu lösen, sondern nur mit neuen Ansätzen und entsprechend ausgebildeten Ärzten, Heilpraktikern oder Psychologen in der Ambulanz.

 

 

Höhere und neue Anforderungen kommen nicht nur auf die Ärzte zu, sondern auch auf die nichtärztlichen Gesundheitsberufe wie Physiotherapeuten, Logopäden, Pfleger, Schwestern und Sozialarbeiter zu. Die Einbeziehung von Nicht-Ärzten in die berufsübergreifende Zusammenarbeit der ambulanten Patientenbetreuung ist bisher nur im Ausland bei besserer Ausbildung fortgeschritten. Dabei geht es um den Einsatz als mobile Praxisassistenten/innen, die Hausbesuche machen.  Oder um Telefonmonitoring von der Hausarztpraxis  in der Ambulanz bei bestimmten Krankheiten wie Depression, Herz-Kreislauferkrankungen, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder Rheuma.

 

In ganz Hessen -und auch im Rheingau- fehlen indessen nicht nur Hausärzte in ländlichen Gebieten, sondern auch Pflegekräfte. Als möglicher Ausweg gilt unser Modell einer Primärversorgungspraxis mit anfangs vier bis sechs Ärzten, medizinischen Fachkräften und Krankenschwestern. Dies ist auch deshalb sinnvoll, weil sich die traditionelle Notdienstzentrale in Gebieten wie dem Rheingau mit relativ geringer Bevölkerungsdichte  nicht mehr rechnet.

 

Das Thema der regionalen und kommunalen Gesundheitsversorgung entsprechend unserem Konzept sollte jetzt auch in Zusammenhang mit dem "Quartier Vitale" vor Ort diskutiert werden.  Über das Gesamtprojekt des Sozialzentrums einschließlich der fachärztlichen Ambulanz ist bei  der Bebauungslanung des geeigneten Grundstückes in der Erbacher Straße in Eltville alsbald zum Vorteil des Gemeinwohls und als infrastruktureller Wirtschafts- und Standortfaktor  entsprechend der nachhaltigen und demografischen Entwicklung zu entscheiden.

Link:

http:// www.ard.de/themenwoche 2008/gesundheit/probleme-im-geundheitssystem/-/id...

 

 

 

 

 

Haben Sie z.B. Probleme mit den Sozialversicherungsträgern?

Dann schauen Sie mal bei "Miteinander" auf die Unterseite "Haben Sie Ärger: Experten helfen".

1. Praxisbeispiel Deutschlands in Börde:

Fachärztliche Versorgung ist weniger Frage der Vernetzung als die der Versorgung durch Fachärzte vor Ort, vor allem in ländlichen Regionen: